Exfolianten & Peelings
Chemische und physikalische Exfoliationsmethoden – Wirkmechanismen und Unterschiede im Überblick
Das Prinzip der Exfoliation
Exfoliation bezeichnet die Entfernung von abgestorbenen Korneozyten aus der äussersten Schicht der Epidermis. Dieser Prozess findet in der Haut natürlich statt (Desquamation), kann durch exfoliierende Formulierungen jedoch unterstützt werden. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen chemischen und physikalischen Methoden.
Chemische Exfolianten
Chemische Exfolianten wirken durch biochemische Prozesse auf die Bindungen zwischen Korneozyten ein, ohne mechanische Reibung. Sie unterteilen sich in zwei Hauptgruppen:
AHA – Alpha-Hydroxysäuren
AHA (z.B. Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure) sind wasserlösliche Säuren, die primär auf der Hautoberfläche wirken. Sie schwächen die Bindung zwischen Korneozyten durch Interaktion mit dem Zementmaterial der Hornschicht. Glykolsäure hat das kleinste Molekulargewicht innerhalb der AHA-Gruppe.
- Glykolsäure: abgeleitet aus Zuckerrohr
- Milchsäure: natürlich in Fermentationsprozessen vorkommend
- Mandelsäure: grösseres Molekül, langsamere Wirkung
- Zitronensäure: hat zusätzlich antioxidative Eigenschaften
BHA – Beta-Hydroxysäure
Salicylsäure ist die bekannteste BHA. Im Gegensatz zu AHA ist sie öllöslich und kann in die Poren eindringen, wo sie Talg und Zellreste auflöst. Salicylsäure ist in der Lage, die supranuklären Bindungen zwischen Korneozyten zu destabilisieren.
Physikalische Exfolianten
Physikalische Exfolianten wirken durch mechanische Reibung und damit direkte Ablösung von Korneozyten von der Hautoberfläche. Ihre Wirkung ist unmittelbar und hängt von der Körnigkeit und dem Druck ab.
Typische physikalische Exfolianten
- Zuckerpartikel (rund, löslich in Wasser)
- Salzkristalle (grösser, schärfer, für den Körper üblich)
- Mikronisierte Polymere (synthetische Schleifpartikel)
- Pflanzliche Granulate (z.B. gemahlene Samenschalen, variable Körnung)
- Mechanische Geräte (Bürstenaufsätze, Mikrofasertücher)
Zur Einordnung
Die Intensität der mechanischen Exfoliation hängt von der Korngrösse, der Härte der Partikel und dem aufgewendeten Druck ab. Zu intensive physikalische Exfoliation kann die Hautbarriere beanspruchen.
Vergleichstabelle: Chemisch vs. Physikalisch
| Merkmal | Chemische Exfolianten (AHA/BHA) | Physikalische Exfolianten |
|---|---|---|
| Wirkprinzip | Biochemische Destabilisierung von Zellbindungen | Mechanische Reibung und Ablösung |
| Wirkungstiefe | Oberflächlich bis mittlere Hornschicht | Ausschliesslich Oberfläche |
| Textur | Flüssig, lotion- oder gelartig | Granuliert, pastös |
| Einwirkzeit | Sekunden bis Minuten (je nach Formulierung) | Sofortig durch Reibungskontakt |
| Präzision der Wirkung | Kontrollierbar durch Konzentration und pH | Abhängig von Druck und Korngrösse |
| Kombination mit Feuchtigkeit | Häufig wasserlöslich, gut kombinierbar | Getrennte Formulierung notwendig |
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