Häufig gestellte Fragen

Antworten zu grundlegenden Fragen über Hautphysiologie, Wirkstoffe und kosmetische Formulierungen

Hautphysiologie – Grundlagen

Die Haut besteht aus drei Hauptschichten: der Epidermis (äusserste Schicht), der Dermis (mittlere Schicht) und der Subkutis (tiefste Schicht). Die Epidermis selbst gliedert sich in mehrere Unterschichten, von der Basalschicht (stratum basale), in der sich Keratinozyten teilen, bis zur Hornschicht (stratum corneum) an der Oberfläche.

Keratinozyten entstehen in der Basalschicht und wandern in einem kontinuierlichen Prozess zur Hautoberfläche. Dieser Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage, verlängert sich jedoch mit zunehmendem Alter. An der Oberfläche werden die abgestossenen Zellen (Korneozyten) als sichtbare Hautschuppen ersetzt.

Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) beschreibt die Menge an Wasser, die passiv durch die Epidermis verdunstet. Eine intakte Hautbarriere reguliert diesen Verlust. Kosmetische Formulierungen können den TEWL beeinflussen, indem sie die Barriere stärken oder eine okklusive Schicht bilden.

Hauttypen werden üblicherweise nach Talgproduktion und Feuchtigkeitsgehalt klassifiziert: normal, trocken, fettig und gemischt. Diese Klassifikation beschreibt physiologische Eigenschaften der Haut, nicht pathologische Zustände. Faktoren wie Klima, Ernährung und Alter beeinflussen den Hauttyp und können ihn im Laufe des Lebens verändern.

Wirkstoffe & Inhaltsstoffe

Kollagen ist ein Strukturprotein, das in der Dermis ein dreidimensionales Fasernetzwerk bildet. Es verleiht dem Gewebe Festigkeit und Spannkraft. Im menschlichen Körper gibt es mehr als 20 Kollagentypen; in der Haut sind hauptsächlich Typ I und Typ III relevant. Die körpereigene Kollagenproduktion nimmt mit dem Alter ab.

Hyaluronsäure ist ein Glycosaminoglykan, das in der extrazellulären Matrix der Haut vorkommt. Sie kann ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser binden. In Kosmetika wird sie in verschiedenen Molekulargewichten eingesetzt: Niedermolekulare Formen wechselwirken mit tieferen Schichten der Hornschicht, hochmolekulare Formen verbleiben an der Oberfläche.

Peptide sind kurze Aminosäureketten (2–50 Aminosäuren). In der Haut wirken bestimmte Peptide als Signalmoleküle, die biologische Prozesse koordinieren. In kosmetischen Formulierungen werden verschiedene Peptidtypen eingesetzt, darunter Signalpeptide, Trägerpeptide und Neurotransmitterhemmer-Peptide. Ihre Wirksamkeit hängt von ihrer Fähigkeit ab, in die Hautschichten zu gelangen.

Freie Radikale sind reaktive Sauerstoffspezies (ROS) mit unpaarigen Elektronen, die durch UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Stoffwechselprozesse entstehen. Sie können Zellstrukturen schädigen und spielen eine Rolle in oxidativem Stress. Antioxidantien neutralisieren diese Verbindungen durch Elektronen- oder Wasserstoffabgabe und unterbrechen so die Oxidationskette.

Der Natural Moisturizing Factor (NMF) ist ein Komplex wasserlöslicher Substanzen, der in Korneozyten vorkommt. Er besteht aus Aminosäuren, Laktat, Harnstoff und anderen organischen Verbindungen, die hygroskopische Eigenschaften besitzen. NMF-Bestandteile binden Wasser aus der Umgebung und halten die Flexibilität der Hornschicht aufrecht.

Hautalterung & Umweltfaktoren

Intrinsische Alterung (chronologische Alterung) ist genetisch determiniert und läuft unabhängig von Umwelteinflüssen ab. Sie führt zu einem langsameren Zellstoffwechsel, verminderter Kollagensynthese und einem natürlichen Rückgang hautphysiologischer Funktionen. Extrinsische Alterung (photoaging und umweltbedingte Alterung) entsteht durch externe Faktoren wie UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Lifestyle-Aspekte.

Mikronährstoffe sind an verschiedenen biologischen Prozessen beteiligt, die die Hautstruktur beeinflussen. Vitamin C ist beispielsweise ein Cofaktor bei der Kollagensynthese. Zink spielt eine Rolle in Entzündungsregulationsmechanismen. Essentielle Fettsäuren (Omega-3, Omega-6) sind Bestandteile der Lipidmatrix der Hornschicht. Die Ernährung gilt als einer von mehreren Faktoren der Hautphysiologie.

UV-Strahlung teilt sich in UVA (320–400 nm) und UVB (290–320 nm). UVB beeinflusst primär die Epidermis und stimuliert die Melaninproduktion. UVA dringt tiefer in die Dermis ein und ist für einen wesentlichen Teil der lichtinduzierten Hautveränderungen verantwortlich. Beide UV-Typen können reaktive Sauerstoffspezies erzeugen und DNA-Strukturen beeinflussen.

Einschränkungen & KontextDie Materialien dieses Portals dienen ausschliesslich Informationszwecken. Es werden keine individuellen Empfehlungen gegeben. Die Vielfalt der Ansätze in der täglichen Hautpflege ist gross. Die Informationen ersetzen keine persönlichen Entscheidungen oder fachliche Beratung.